Halbzeit

Die Beikost beginnt und mit ihr das chaotischste Experiment unserer bisherigen Elternzeit.

Die 26. Woche ist da, unser Sohn ist 6 Monate alt, nun beginnt die Beikost! Doch was soll man auftischen: die berühmten Breigläser, selbst kochen und pürieren, oder doch gleich Baby-Led Weaning (BLW)?

Die Vorbereitung

Meine Frau und ich haben uns zuvor in div. Bücher (BLW, Kochbücher mit oder ohne Brei) eingelesen, Internetrecherchen betrieben, Freunde sowie Eltern befragt und sind zu dem Schluss gekommen: Wir wollen ein maximal selbstständiges Kind großziehen und dafür brauchen wir jetzt BLW!!! Ein weiterer Aspekt für uns war eine gesunde Ernährung zu schaffen, und bitte nichts gegen die Fertiggläser doch man möchte schon wissen was das eigene Kind zum essen bekommt und nach anfänglicher Analyse der Inhalte dieser haben wir schnell bemerkt, dass z.B. zu wenig Fleischanteil vorherrscht und man wegen dem Eisenmangel extra noch etwas zuführen müsste.

Die Umsetzung

Gesagt getan, der Morgen ist angebrochen und ein Frühstück muss her. Wir kredenzten somit auf einem Teller ein Butterbrot sowie Brot mit einer zerdrückten Avocado (ohne Rinde und in Streifen geschnitten) und eine in Streifen geschnittene Gurke.

Unser Sohn stand dem ganzen sehr skeptisch gegenüber, er traute sich zuerst nur dieses Teufelszeugs mit der Lippe zu berühren und nachdem er diese abgeschleckt hatte war kein Halten mehr und er versuchte das Brot zu essen, es ist denk ich überflüssig zu erwähnen, dass Essen ohne Zähne dann doch schwierig ist. Die Gurke lutschte er genüsslich.

Zu Mittag wurde der nächste große Gang serviert: Gedünstete Süßkartoffeln und Kürbis in streifen geschnitten. Hier ist uns gleich der erste Fehler passiert, wir haben es zu weich gekocht. Dies hatte zur Folge, dass unser Sohn nicht richtig greifen konnte und er trotz allem kein Interesse dann mehr zeigte.

Am Abend wurde ein Haferbrei gekocht mit pürierten Apfel aus einem Fertigglas. Leider wurde dieser verschmäht und wir boten wieder ein Butterbrot an. Dies dauert ca. 2 Wochen bis er dann doch Haferbrei gegessen hatte.

Resümee

Für mich ist nicht nur die Zeit mit meinem Sohn sondern auch der Lernprozess äußerst schön. Ich bitte somit um Verzeihung falls die „rosarote Brille“ noch auf ist aber: Unser Sohn war unproblematisch, solange man ihm (bereits zu Beginn) die Freiheit lässt zu entscheiden was er essen will kostet er auch alles. Dies bedingt aber eine hohe Frusttoleranz beim Elternteil und das abschalten des Drangs, dreckige stellen, das Kind oder man sich selbst durchgehend zu reinigen, das stört das Kind extrem und hatte bei mir zu Essensabbrüchen geführt. Somit bitte nur in Maßen machen.

Nach ca. 1 Woche haben wir bereits den reinen BLW Ansatz fallen gelassen und gedünstetes Essen mit einem Pürierstab püriert und zum essen gegeben. Zu Mittag gab es nach ca. 1 Monat eine „feste Nahrung“ wie Kürbisstangerl und ein Breiglas erwärmt. Für uns überraschend, es wurden die Kürbisstangerl und dergleichen eher aufgegessen als der Brei.

Zu guter Letzt kann ich nur noch sagen, dass es nicht DEN (!) einen Weg gibt, man sollte die vorhandenen Methoden miteinander mixen und den für sich selbst am besten funktionierenden Weg finden um das Kind zu unterstützen und zu ernähren.

Dabei nie vergessen, es muss allen Spaß machen!!!

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